Panzerweekend Full 2025
Ein weiteres Mal hatten wir die Ehre, am 6. und 7. September 2025 als eine der wenigen historischen Gruppen Teil des Panzerweekends in Full zu sein. Wie schon im Jahr zuvor befand sich unser Lager hinter der Halle auf dem neu erschlossenen Museumsgelände, nachdem die Flächen neben der Panzerpiste leider nicht mehr zur Verfügung stehen.
Das diesjährige Wochenende stand ganz im Zeichen von „70 Jahre Centurion“. Entsprechend war der Centurion Panzer 55 einer der grossen Höhepunkte, der gemeinsam mit dem Entpannungspanzer 56 eindrucksvoll seine Geschichte präsentierte. Doch auch andere Klassiker zogen die Blicke auf sich wie zum Beispiel der Panzerjäger G-13, der UC der Schweizer Armee und der seltene Leopard 2 Prototyp. Diese sorgten für spektakuläre Vorführungen im Gelände.
Ein weiteres Highlight war der Blick hinter die Kulissen: In der Museumswerkstatt wurden aktuelle Restaurierungen gezeigt, darunter Arbeiten am Sherman, am Jagdpanzern und am legendären Panther. Und wer den Blick in die Tiefe der Geschichte suchte, konnte den Infanteriebunker Fullfeld West aus dem Jahr 1939 besichtigen – ein eindrücklicher Zeitzeuge der Schweizer Landesverteidigung.
Wir uns für unseren Beitrag in diesem Jahr einem ganz besonderen Thema gewidmet: der Ausbildung zum SOE-Agenten. Der britische Special Operations Executive (SOE) bildete im Zweiten Weltkrieg Männer und Frauen für gefährliche Einsätze im Widerstand aus. Wir stellten dafür vier Schwerpunkte aus dem historischen Ausbildungsprogramm vor, die wir dem interessierten Publikum näherbrachten:
- Die „Rat Bomb“, ein raffiniertes Sprengmittel, das in toten Ratten versteckt werden konnte, um Lokomotiven oder Fabrikanlagen zu sabotieren.
- Schlösserknacken mit Dietrichen – eine Fähigkeit, die Agenten den Zugang zu verschlossenen Gebäuden oder geheimen Unterlagen ermöglichte.
- Funkbetrieb und Verschlüsselung, mit praktischen Einblicken in den Umgang mit Morsetasten und Codes, wie sie britische Agenten nutzten.
- Chiffrieren und Dechiffrieren, bei dem wir unter anderem Inhalte aus dem historischen Ausbildungsordner „SOE Morse Code Verschlüsselung“ vorstellten.
- Transportmaterial für Agenten und Resistance.
Diese Mischung aus Technik, Geschichte und praktischer Demonstration stiess auf grosse Resonanz bei den Besucherinnen und Besuchern. Viele nutzten die Gelegenheit, selbst einen Funkspruch in Morsezeichen zu schreiben oder ihr Geschick am Dietrich auszuprobieren – ein anschaulicher Einblick in die verborgene Welt der Geheimagenten im Zweiten Weltkrieg.
Die „Rat Bomb“
Britische Sabotagewaffe im Zweiten Weltkrieg
Idee
- Von der Spezialeinheit SOE entwickelt
- Tote Ratten wurden ausgehöhlt und mit Sprengstoff gefüllt
- Sollten in Kohlehaufen oder Heizkesselanlagen gelegt werden
Funktionsweise
- Arbeiter hätten die toten Ratten vermutlich in den Ofen geworfen
- Durch die Hitze wäre der Sprengstoff explodiert
- Ziel: Zerstörung von Kesseln, Störung der Produktion, Brandgefahr
Geschichte
- 1941 vorbereitet, aber früh von den Deutschen entdeckt
- Kam nie in größerem Maßstab zum Einsatz
- Dennoch große psychologische Wirkung:
Deutsche Stellen verschwendeten Zeit und Ressourcen auf die Suche nach weiteren präparierten Ratten
Bedeutung
Die „Rat Bomb“ zeigt die kreativen und unkonventionellen Methoden der SOE.
Oft genügte schon die Vorstellung einer Bedrohung, um den Gegner zu verunsichern.
Schlösser knacken im Dienst der SOE
Fertigkeit im Zweiten Weltkrieg
Hintergrund
Die Special Operations Executive (SOE) bildete ihre Agentinnen und Agenten nicht nur im Funkverkehr oder Sprengen aus, sondern auch in Einbruchstechniken.
Ziel: unauffälliger Zugang zu verschlossenen Räumen, Kisten oder Fahrzeugen – ohne Aufmerksamkeit zu erregen.
Methoden
- Dietriche & Spannwerkzeuge: klassisches Lockpicking bei einfachen Zylindern oder Hebelschlössern.
- Spezialwerkzeuge: von der SOE entwickelte Sets, oft in Miniaturform, leicht zu verstecken.
- Schlüsselabdrücke: Herstellung von Wachsabdrücken, um später Kopien zu feilen.
- Bypassing-Techniken: statt das Schloss selbst zu öffnen, Umgehung durch Riegel, Scharniere oder alternative Zugänge.
Bedeutung
- Zugang zu Dokumenten, Waffenlagern, Funkräumen.
- Möglichkeit, Spuren nahezu unsichtbar zu hinterlassen.
- Teil des Konzepts der SOE, Gegner mit List und Präzision statt nur mit Gewalt zu bekämpfen.
Wirkung
Das Beherrschen von Schlossknacken symbolisiert den „stillen Sabotagekrieg“:
Ein Agent konnte unauffällig in ein Büro gelangen, Informationen fotografieren – und verschwinden, ohne dass jemand ahnte, dass etwas passiert war.
Geheimcodes im Funk
Britische SOE im Zweiten Weltkrieg
Herausforderung
- Agenten der Special Operations Executive (SOE) mussten im besetzten Europa per Funk mit London kommunizieren.
- Nachrichten durften nicht entschlüsselt werden – sonst drohte Verhaftung und Zerschlagung ganzer Netzwerke.
Methode
- Einsatz von Buch- und Gedichtchiffren („Book Cipher“ / „Poem Code“)
- Vorgehen:
- Klartext in Zahlen umwandeln (A=01, B=02 …)
- Zahlen über ein gemeinsames Buch verschlüsseln (z. B. Seite–Zeile–Wort)
- Ergebnis: scheinbar zufällige Zahlengruppen
- Übertragung in Morsezeichen
Sicherheit
- Vorteil: Ein gewöhnliches Buch wirkte unauffällig.
- Nachteil: Gelang es den Deutschen, das exakte Buch zu finden, war der Code gefährdet.
- Deshalb nutzte die SOE später auch One-Time Pads – einmalige, unknackbare Zahlentabellen.
Bedeutung
Die Funkchiffren waren ein lebenswichtiger Schutzschild der Widerstandsarbeit.
Sie zeigen, wie sehr im Geheimkrieg neben Waffen auch Kreativität, Tarnung und Mathematik entscheidend waren.
No 36 defensiv Grenate Mills
William Mills, ein Handgranatendesigner aus Sunderland patentierte, entwickelte und fertigte ab 1915 die „Mills-Bombe“ in der Mills Munitions Factory in Birmingham, England. Die Mills-Bombe wurde im selben Jahr von der britischen Armee als Standardhandgranate Nr. 5 übernommen. Während des 1. Weltkrieges wurden rund 75 Milionen Stück verbraucht.
Die Mills-Bombe wurde zahlreichen Modifikationen unterzogen. Die Nr. 36 wurde ab 1932 produziert.
Ursprünglich war die Mills mit einem Sieben-Sekunden-Zünder ausgestattet, doch in der Schlacht um Frankreich im Jahr 1940 erwies sich diese Verzögerung als zu lang und gab den Verteidigern Zeit, der Explosion zu entkommen oder die Granate sogar zurückzuwerfen. Daher wurde die Verzögerung auf vier Sekunden reduziert. Die britische Armee verwendete weiterhin Granaten mit einem Sieben-Sekunden-Zünder für den Einsatz in gewehrmontierten Granatprojektoren, bei denen die Zündzeit erforderlich war, damit die Granate ihre volle Reichweite erreichen konnte.
Transportkiste für 12 Mills Handgranaten, sowie Box (rot) mit den dafür vorgesehenen Zündern.
No. 82 "Gammon" Grenate
Diese Granate, die nach ihrem Erfinder den Spitznamen „Gammonbombe“ trägt wurde ab Mai 1943 an die englischen Streitkräfte ausgeliefert. Zum Einsatz kam die Granate vor allem von Kommandoeinheiten und Luftlandetruppen , die die einfache Handhabung und die Freiheit schätzen, Sprengstoffe je nach Ziel (bis zu 900 Gramm) zu dosieren. Die Granate wurde bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs und insbesondere während der Schlacht um die Normandie eingesetzt.
Welbike Mk1
Viele Welbikes wurden nach dem Krieg in die USA exportiert und dort hauptsächlich von Landwirten genutzt. John Dolphin, der ursprüngliche Entwickler, gründete später die Corgi Motorcycle Co. Ltd., die den Corgi-Roller herstellte, der auf der Welbike basierte.
Vertrag 294/23/S.789 vom 26. August 1942 über 1.000 (geändert auf 1.200) Welbikes Rahmennummer 14 bis 1214, Kriegsministeriumsnummer C4658444 bis C4659673. Ausgeliefert am 15. Oktober 1942.
Vertrag 294/23/S.1649 vom 19. November 1942 über 1.400 Welbikes Rahmennummer 1214 bis 2613, Kriegsministeriumsnummer C5152014 bis C5153413. Ausgeliefert von Februar 1943 bis 14. März 1943.
Vertrag 294/23/S.1946 vom 27. Dezember 1942 über 1.341 (reduziert auf 1.241) Welbikes Rahmennummer 2614 bis 3954, Kriegsministeriumsnummer C5153414 bis C5154654.
Vertrag 294/23/S.3662 vom 21. Juni 1943 über 7.778 (reduziert auf 1.241 dann reduziert auf 0) Rahmennummer 3955 bis 5195, Kriegsministeriumsnummer C5367454 bis C5368694. STORNIERT.
Triumph 3HW
Triumph 3HW
In der vom 14. November 1940 wurden in Coventry bei deutschen Bombenangriff auch die Triumph-Fabrik zerstört.
Eine alte Giesserei in Warwick wurde in eine Maschinenwerkstatt umgewandelt und die Produktion von Ersatzteilen für die Armee begann. Es war eine schwierige Aufgabe in den sehr einfachen Werkstätten, aber die Arbeit schritt voran und im Juni 1941 rollten wieder komplette Maschinen von der Fabrikhalle.
Die neuen Maschinen in der Produktion hatten OHV 350cc-Kraftwerke und basierten auf dem Vorkriegs-3H und wurden in 3HW umbenannt. Der einzige große Unterschied bestand darin, dass 3H und Tiger 80 separate Rockerboxen aus Aluminium hatten, die 3HW-Rockerboxen jedoch einstückig mit dem Gusseisenkopf gegossen wurden.
Die 3HW wurde mit Streitkräften in Nordafrika, Indien und Griechenland eingesetzt. Die griechische Armee setzte diese Maschinen von 1942-1952 ein.
Ein Hauptproblem bei 3HW-Maschinen in Nordafrika und Indien war das Fehlen eines Luftfilters und der Staub wirkte verheerend. Ein paar tausend Meilen waren ungefähr die Grenze, bevor eine größere Wartung erforderlich war. Das gleiche Problem trat beim G3/L Matchless auf.
Es war ein außergewöhnliches Versehen sowohl seitens der Bauherren als auch des Kriegsministeriums.
Commando March Spean Bridge Schottland 2008
5. April 2008
Auf Einladung von Freunden flogen zwei aus unserer Gruppe am 4. April mit Easyjet ab Basel nach Edinburgh, und von dort aus mit dem Mietwagen knapp 4 Stunden nach Spean Bridge. Spean Bridge ist eine kleine Ortschaft in den schottischen Highlands und während des 2. Weltkrieges, genauer ab 1942 Ankunftsort aller britischen Soldaten, die sich freiweillig für die Commandos gemeldet hatten.
In Achnacarry, im Beseitz der Cameron Clans wurden jene Soldaten ausgebildet, welche den 7 Meilen langen Weg nach Achnacarry in einer gewissen zeit zurücklegen konnten. Wer die geforderte Zeit nicht schaffte, kehrte umgehen zurück zu seiner Truppe.
Am Morgen des. 5. April trafen sich alle Teilnehmer aus Holland, Belgien, England und der Tschechei auf dem grossen Parkplatz im Zentrum. Unter ihnen auch ein Commandoveteran namens Leslie.
Vom Parkplatz aus gings mit LKWs nach Achnacarry und zu Fuss wieder zurück nach Spean Bridge zum Denkmla der Commandos. Dort legten wir bei leichtem Hagelschauer unsere Poppiekränze nieder. Abgerundet wurde das ganze durch ein abendliches Bankett in Sparn Bridge.



