133rd (Parachute) Field Ambulance

Im Januar 1943 wurde unter dem Kommando von Lieutenant-Colonel WC Alford die 133rd Field Ambulance in Palästina in eine Luftlandeeinheit umgeschult. Die 133rd (Parachute) Field Ambulance wurde in der Folge der 4th Parachute Brigade zugeteilt.

Alle Mitglieder der Field Ambulance mussten einen zwölftägigen Fallschirmtrainingskurs absolvieren, der an der No. 4 Parachute Training School RAF in Palästina durchgeführt wurde. Die ersten Fallschirmsprünge erfolgten aus einem umgebauten Sperrballon und endeten mit fünf Fallschirmsprüngen aus einem Flugzeug. Wer den Absprung nicht durchführen konnte, wurde wieder einer herkömlichen Field Ambulance zugeteilt. Die 4. Fallschirmjägerbrigade verliess Palästina am 26. Mai 1943, um sich der 1st Airborne Division in Sousse in Tunesien anzuschliessen. 

Ein "War establishment" einer Parachute Field Ambulance Einheit hatte eine Grösse von 177 Männern aller Ränge. Bestehend aus dreizehn Ärzten in zwei Operationsteams und vier Sektionen. Die Vorgaben sahen vor das die Ärzte innerhalb von 24 Stunden 330 Fälle behandeln und jedes Operationsteam 1,8 Operationen pro Stunde durchführen konnte. In der Realität sah das jedoch anders aus. Die Schichten wurden in der Folge auf 12 Stunden gekürzt.  Da klar war,  dass es bei Luftlandeoperationen es nicht möglich sein würde, Verletzte zu evakuieren, bis sich die Bodentruppen mit ihnen verbunden hätten, musste die Einheit in der Lage alle Arten von Wunden zu behandeln und bis zu vierzehn Tage lang postoperative Versorgung zu leisten. Die Einheit verfügten über die notwendigen Transportmittel, um Verletzte vom Regimental Aid Post (RAP) zur Main Dressing Station (MDS) zu evakuieren. 

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Organisation

Eine (Parachute) Field Ambulance Einheit wurde von einem Lieutenant-Colonel kommandiert. Sein Stellvertreter hatte den Rang eines Majors sowie einen Regiments Sergeant-Major als ranghöchstem Unteroffizier. Dem HQ gehörten zudem weiter  zwei spezialisierte Chirurgen und ein spezialisierter Anästhesist, ein Apotheker und ein Zahnarzt des Army Dental Corps an. Sechs Operationsassistenten und 7 Orderly waren dem Operationssaal, sowie der postoperativen Pflege zugeteilt. ]Weiteres medizinisches Personal war ein Sergeant, ein Sanitätsassistent und ein Masseur, ein Zahnarzthelfer und fünf Strtcher Bearer, von denen letzterer einer eine Ausbildung zum Schuhmacher besass. Der Rest des Hauptquartiers bestand aus einem Quartiermeister , Angestellten, Köchen, Lagerarbeitern, einem Ausbilder des Army Physical Training Corps , einem Friseur und einem Tischler der Royal Engineers.

Es gab vier Sektionen mit jeweils zwanzig Mann. Jede Abteilung bestand aus einem Offizier (Arzt) und einem Stabsfeldwebel (Pflegepfleger), unter ihrem Kommando standen drei Pfleger, ein Schreiber, ein Dienstmann und dreizehn Strechter Bearer. Einem Fallschirmjägerbataillon war normalerweise eine Abteilung zugeteilt, um den eigenen Sanitätsoffizier und die Sanitäter zu ergänzen. 

Die letzte Komponente der Field Ambulance war die Abteilung des Royal Army Service Corps , kommandiert von einem Captain, mit einem Company Sergeant-Major als Stellvertreter. Sie hatten fünfzig Männer unter sich, einen Elektriker, 38 Fahrer, vier Motorradfahrer und fünf Mechanikern. Es war normal, mindestens zwei RASC-Fahrer mit zwei Jeeps und einem Anhänger an jedem Abschnitt zu haben, die restlichen Männer und Fahrzeuge blieben bei den Operationsteams des Hauptquartiers. 

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Nachdem das 133rd Field Ambulance ab September 1943 ihre ersten Felderfahrung in Italien gemacht hatte, sollte sie zusammen mit der 1. britischen Luftlandedivison an der Operstaion Market Garden teilnehmen. Schon vor Beginn der Operation war klar, dass es für die drei eingesetzten Luftlandedivisionen (82nd AB / 110st AB USA / 1. AB Div UK) nicht genügend Transportflugzeuge gab. Die 133rd Field Ambulance als Teil der 4th Parachute Brigade konnte deshalb nur zehn Offiziere und 119 weitere Ränge auf dem Luftweg einfliegen lassen. Der Rest der Einheit sollte auf dem Landweg mit den am Vormarsch beteiligten Truppen Arnheim erreichte. Der Plan sah vor, dass sich das 133rd dem am Tag zuvor gelandeten 16th Field Ambulance anschliessen sollte und im St. Elisabeth-Krankenhaus in Arnheim ihre Arbeit aufnehmen sollte. 

Am Montag, dem 18. September 1944, dem zweiten Tag, sollte der Transport von 92 C-47 (für die Fallschirmjäger), 49 Horsa- und neun Hamilcar- Segelflugzeugen die 4th Parachute Brigade auf der Ginkel-Heide, der am weitesten entfentesten Landezone  von Arnheim - Drop-Zone „Y“ landen. Schlechtes Wetter über England ermöglichte keinen frühzeitigen Start, so das die ersten Truppen erst um 15:00 Uhr in den Niederlanden eintrafen. Die Verzögerung gab den Deutschen Zeit, sich dem nördlichen Landeplatz zu nähern und die Verteidiger der 7. King's Own Scottish Borderers anzugreifen.

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In der Folge mussten die Brigade unter Beschuss landen. Die Mannschaften waren weit verstreut und erst um 20:30 Uhr erreichten einige Unteroffiziere und Mannschaften WolfhezeIm Morgengrauen des 19. September hatten die beiden Operationsteams und der Grossteil der Einheit Wolfheze erreicht. Lieutenant-Colonel WC Alford beschloss, eine Main Dressing Station (MDS) zu eröffnen, um den Vormarsch der Brigade in Richtung der Anhöhe nördlich von Arnheim zu unterstützen. Um 19:30 Uhr zogen Alford und einundvierzig andere Männer, darunter die beiden Operationsteams, nach Oosterbeek, um ein MDS einzurichten.  

Arnhem_20Zudammen mit der 181st (Airlanding) Field Ambulance begannen sie mit dem Transport der weniger schweren Verwundeten nach Oosterbeek. Bei einem deutschen Angriff auf Wolfheze am frühen 20. September wurden die noch im Ort befindlichen Männer gefangen genommen, die entweder die Verwundeten behandelten oder versuchten, sie zu transportieren. Von der 133rd blieb nun nur noch der Kommandant, die beiden Chirurgen, der Zahnarztoffizier (der auch Anästhesist war ) und zehn weitere Dienstgrade übrig. Am 20. September eröffnete der 133rd eine neue Verbandsstation etwa 100 Yards (91 m) vom Haupt-MDS der Division im Hotel Taffelberg entfernt.

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An diesem Abend wurden rund 1.000 Verwundete vom medizinischen Personal der Division behandelt. In den folgenden Tagen wurde sie unter Artillerie- und Mörserfeuer genommen. Am 24. September war die Situation der britischen Truppen so schlecht, dass ein ein örtlicher Waffenstillstand vereinbart und der Grossteil der Verwundeten der Division im Krankenhaus evakuiert wurde. Am Abend des 25. September war das Krankenhaus von den Deutschen überrannt worden. In der selben Nacht wurden die Reste der 1. Luftlandedivision (2.100 von urpsrünglich 10.000 Mann) südlich des Rheins evakuiert. Fast das gesamte Sanitätspersonal der Division (25 Offiziere und 400 weitere Dienstgrade) wurde gefangen genommen.